Sehenswert!
Mario Sixtus mal wieder am Puls der Zeit. Inklusive Interviews mit Danah Boyd, Cory Doktorow, Geert Lovink, Randi Zuckerberg, David Kirkpatrick und David Gelernter.
Heute noch ein Blogeintrag im Zeichen der Musikrecherche: Ich habe dieses Wochenende die Kaffeebude auf dem Vainstream Rockfest in Münster betreut und alle, die einen Fuß über die Schwelle meiner persönlichen Sauna gesetzt haben mit koffeinhaltigen Heißgetränken abgefüllt und mit Muffins gefüttert. Das Vainstream ist nur eins von vielen Festivals innerhalb der ziemlich variantenreicher Freiluftkonzertkultur, kann aber exemplarisch für das angesehen werden, was auf Festivals wichtig ist, nämlich Gitarren, Bier und vor allem zusammen mit Freunden verbrachte Zeit. Damit bin ich auch schon beim Thema; in der letzten Woche habe ich einen Artikel über Urban Tribes veröffentlicht. Pokemones in Chile, Emos in Europa, Punkrocker weltweit… Es existieren unzählige subkulturelle Strömungen, die sich über ein jeweils gemeinsames Lebensgefühl und den damit einhergehenden Lebensstil definieren und Quelle der personalen Identität sind. Musik und Kleidung sind dabei nur äußerer Ausdruck davon.
Ich durfte in den vergangenen Tagen einige Leute fotografieren, die durch ihr Äußeres und ihr Auftreten ihrer Authentizität und Individualität Sichtbarkeit verleihen und möchte mich bei allen ganz herzlich für die Zustimmung zum Foto bedanken!!



Neulich nachts bin ich beim Zappen bei “Tracks” auf ARTE zufällig über einen Beitrag über Pokémones gestolpert. Huh!? Pokémon? Das ist doch so ein kleines flauschiges Tierchen mit ausbaufähigen asiatischen Kampftalenten, oder nicht? Nö. Pokémones sind, auch wenn sie eher außerirdisch aussehen, menschliche Anhänger einer chilenischen Subkultur. Rein äußerlich ähneln sie den europäischen Emos, im Extremfall auch mal einer fleischgewordenen Mangafigur. Continue Reading »
Wie angekündigt möchten wir Studierenden und frisch gebackenen Absolventen die Möglichkeit geben in diesem Blog ihre mit viel Liebe und Mühe recherchierten Hausarbeiten, Essays und Abschlussarbeiten zu veröffentlichen. Angehenden Akademikern soll so eine Plattform geboten werden, die die Diskussion und den Austausch der eigenen Thesen ermöglicht. Die Arbeiten können so außerdem einer breiteren Öffentlichkeit als nur dem eigenen Institut zugänglich gemacht werden. Thies und ich sind fest davon überzeugt, dass sich unter Euren Arbeiten echte Perlen finden lassen! Continue Reading »
Man sieht ihnen an, dass sie tagtäglich ihre Zeit zumeist vor dem Computer verbringen: Tief liegende Augen, eine blasse Gesichtfarbe, unreine Haut, nicht selten zitternde Hände. Schätzungen zufolge sind etwa eine Million Deutsche internetsüchtig. Tendenz steigend. „Wie wandelnde Leichen“ titelte jüngst der Spiegel. Noch gibt es keine einheitliche Definition von Internetsucht, Experten sind sich jedoch über wesentliche Merkmale einig: Neben oben genannten äußeren Warnzeichen, verlieren Internetsüchtige zumeist jeglichen sozialen Kontakt zu ihren Mitmenschen, sie isolieren sich und verlieren mit der Zeit die Fähigkeit, neue Kontakte wiederaufzubauen. Sie bewegen sich unsicher im täglichen Leben. Ihre Pflichtwahrnehmung ist völlig verrückt; regelmäßig zur Arbeit zu erscheinen, Amtsbesuche, das regelmäßige Zahlen von Rechnungen etc. tritt in Hintergrund angesichts des Bedürfnisses, ständig online sein zu müssen. Weiter können schwerwiegende physische Beschwerden auftreten: Verspannungen durch falsches Sitzen bis hin zu Genickschädigungen oder Sehschäden durch andauerndes Starren auf den Bildschirm sind nur zwei davon.
Bei meiner Recherche über die Internetseite MySpace hat mich Herr Albers auf einen interessanten Artikel von Danah Boyd „Identity Production in a Networked Culture: Why Youth Heart MySpace“ vom Februar 2006 hingewiesen, der es meiner Meinung nach Wert ist, über ihn in diesem Blog zu berichten.
Seit dem Start von MySpace im Jahre 2003 bis zum Februar 2006 hat die Internetgemeinschaft MySpace einen rasanten Mitgliederzuwachs verzeichnet, über 50 Millionen Profile wurden auf der englischsprachigen Seite eingerichtet, die meisten User sind dabei zwischen 14 und 24 Jahren alt. Kurz einige Worte über die Plattform MySpace (www.myspace.com). Die Seite ist ein öffentliches soziales Netzwerk wie z.B. Friendster, Facebook oder das deutsche StudiVZ. Im Kern beinhaltet sie die Profile der Nutzer, welche über Links mit anderen Nutzern (deren Freunden) verbunden sind. Diese Profile sind personalisiert mit Fotos, Musik, Angaben (Interessen, Einstellungen, etc.) und drücken somit die Persönlichkeit des Internetnutzers aus. Die Kommunikation läuft über Kommentare die man auf anderen Seiten hinterlässt und über Nachrichten die geschrieben werden (Instant Messaging, kurz IM). Viel Zeit verwenden die Jugendlichen aber um ihr eigenes Profil zu modifizieren, daran zu feilen und immer individueller zu gestalten. Danah Boyd stellt eine interessante These auf, warum gerade MySpace (übertragbar auch auf anderen Gemeinschaften wie Facebook oder StudiVZ) so beliebt bei Heranwachsenden ist und warum es entscheidend für die Identitätsentwicklung ist.