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Bloggerview #7 – Sozioblogie mit Jens Röcher

Apr 05 2010 Published by under Bloggerview

Hallo Jens! Du. Dein Blog. Äh. Wir fangen mit Dir an. Erzählst Du was über Dich?

Ich bin in dem Jahr geboren als Fritz Lang starb. [Das muss jetzt jeder selber wikipedia´n. Aber so viel sei gesagt: der Typ kokettiert. So alt isser gar nich.] Ich habe erst eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel gemacht und dann auf dem zweiten Bildungsweg mein Abitur nachgeholt. Über ein paar Umwege kam ich zur Soziologie. Zur Zeit studiere ich Soziologie im Masterstudiengang an der Universität in Bremen.

So, jetzt Dein Blog. Wie heißt das und seit wann gibts das?

Mein Blog heißt „Soziobloge“. Es exisitiert seit 2008.

Mit welchen Themen beschäftigst Du Dich in Deinem Blog?

Thematisch werden die Felder Soziologie, Politik und Medien behandelt. Bleibt aber im Blickwinkel soziologisch. Zur Zeit ist meine Forschungsarbeit das Hauptthema. Da geht es um den Zweiten Bildungsweg. [Erwähnen sollte man an dieser Stelle mal die Kategorie "Theorien". Da les ich gerne rum.]

Was war die Inititialzündung für Dich um mit dem Schreiben eines Blogs zu beginnen bzw. überhaupt virtuell aktiv zu werden?

Das war eigentlich die Erfahrung des Internets generell. Wobei ich schon zu C64 Zeiten von einem Modem/Akustikkoppler geträumt habe. Leider waren die für mich einfach unerschwinglich. 1996 habe ich zum ersten Mal Kontakt mit dem Internet gehabt. Das war für alle neu und faszinierend. Zuerst hatte ich nur auf der Arbeit einen Zugang. Ein Jahr später lieh mir ein Freund sein altes 14.4Kbit Modem und es ging auch privat los. Ich habe dann sofort angefangen HTML zu lernen und meine erste Homepage ins Netz gestellt. Da habe ich dann auch eigene Texte veröffentlicht. Sozusagen ein Blog ohne CMS, RSS Feed und Kommentarfunktion. Ein richtiges Blog hab ich dann erst später angefangen. Muss so um 2005/06 gewesen sein. Einfach mal zum testen.

Mein Wissenschaftsblog habe ich eigentlich angefangen, weil ich nicht länger Hausarbeiten für die Schublade produzieren wollte. Also habe ich mir einen Namen überlegt und als erstes meine Hausarbeiten in dem Blog veröffentlicht. Inzwischen ist es aber mehr geworden als ein reiner Publikationskanal.

Aus welchen Gründen hat sich das Bloggen bei Dir zu einer regelmäßigen Tätigkeit entwickelt?

Nun, so lange ich noch meine was zu sagen zu haben, werde ich auch weiterhin regelmäßig bloggen. Es  ist für mich einfach eine sinnvolle Art der Kommunikation. Ich probiere ja gerne neue Dinge aus und hätte ich den Eindruck gehabt, das bringt mir nichts, hätte ich auch schon längst aufgehört. Ich bin sehr experimentierfreudig, aber auch sehr kritisch, gerade was Hypes im Internet angeht.

Wo bist Du im Social Web überall unterwegs?

Ich nutze Facebook, Studivz, Twitter, Xing, Youtube und Myspace. Jeweils für unterschiedliche Bereiche. Und natürlich meine Blogs:  Mein Wissenschaftsblog www.soziobloge.net, mein Musikprojekt www.watchinginsilence.de und mein Musikblog Blog.bandforum.de.

Welche Bedeutung hat das Internet für Dich im Alltag und im Studium?

Das Internet ist ja eigentlich unverzichtbar geworden. Man kann wunderbar über große Distanzen Kontakte erhalten. Schon praktisch nach einem Umzug in einer andere Stadt. Im Studium kommt man natürlich kaum drum rum. Das fängt bei der Literatursuche im Online-Katalog Bibliothek an und zieht sich durch alle Tätigkeiten der Kommunikation und Informationssuche.

Welchen Einfluss haben die Existenz und die Nutzung des Internet auf Deine persönliche Entwicklung? Nimmst Du Virtualität als Teil Deiner sozialen Realität und der Wirklichkeit wahr?

Ja, es gibt für mich kaum noch einen Unterschied zwischen Virtualität und Realität. Wobei ich das noch gut auseinander halten kann. Ich glaube auch, dass es da einen großen Unterschied gibt. Bei gewissen Sachen, gerade im persönlichen Bereich mach ich da teilweise auch große Unterschiede. Aber ich habe das Internet so gut integriert, dass es ein Teil meines täglichen Lebens geworden ist. Die Beobachtung mache ich auch immer öfter bei anderen. Am Anfang waren die Vorbehalte ja riesig und wer sich im Internet auskannte war schon etwas „anders“.  Aber zumindest in meinem akademischen Umfeld gibt’s ja kaum jemanden, der nicht das Internet auch abseits von Google und Email nutzt.

Welche Blogs magst Du sonst gerne?

www.denkschaufenster.de und www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog.

Dankeschön für das Gespräch!

Foto: Scott Beale / Laughing Squid

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Bloggerview #6 – Der Politblog zoon politikon von Ali Arbia

Mrz 29 2010 Published by under Bloggerview

Der Schweizer Politikwissenschaftler Ali Arbia, Jahrgang 1977, ist ein sehr sympathischer Typ. Er mag Bücher, Monty Python und Single Malt Whiskey und kann Volksmusik nicht leiden. In seinem Blog zoon politikon geht es um Weltpolitik, Wissenschaft und Topthemen aus den internationalen Medien. Ich mag besonders gern, dass er zeitnah aktuelle Ereignisse kommentiert und zwischendurch auch mal die ein oder andere Buchrezension raushaut.

Hallo Ali! Was machst Du beruflich und unter welchem Nickname agierst Du online?

Momentan bin ich in den letzten Zügen meiner Dissertation. Studiert habe ich Internationale Beziehungen in Genf. Ich arbeite zu sogenannten präferentiellen Handelsabkommen im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO. Ich kommentiere und blogge in der Regel unter meinem echten und einzigen Vornamen, drei schlichte, kleingeschriebene Buchstaben: ali. 

Wie heißt Dein Blog und seit wann existiert es?
Zoon politikon bei den scienceblogs.de betreibe ich seit Februar 2008.

Mit welchen Themen beschäftigst Du Dich in Deinem Blog?
Internationale Beziehungen (als akademisches Unterfangen), Politikwissenschaften, Politik im Allgemeinen, (Sozial-) Wissenschaften. Das ganze würze ich ab und zu mit etwas Religionskritik und Versuchen Pseudowissenschaft zu entlarven.

Was war die Inititialzündung für Dich um mit dem Schreiben eines Blogs zu beginnen bzw. überhaupt virtuell aktiv zu werden?
„Einstiegsdroge“ war unserer US Schwesterseite scienceblogs.com. Ich wurde schnell ein begeisterter Leser von Wissenschaftsblogs. Mir fiel auf wie generell die Sozialwissenschaften eher wenig vertreten waren und die Politikwissenschaften respektive Internationalen Beziehungen im Speziellen noch weniger. Da im deutschsprachigen Raum die Blogosphäre der US Entwicklung noch hinterherhinkt, motivierte mich dies ein eigenes Blog zu starten. Continue Reading »

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Diplomarbeit: “Interaktionsmuster in Open Source Communities: Open Source – eine Alternative zu traditionellen Geschäftsmodellen?”

René Lehnert, Sonntagssoziologe, das Gehirn vom Denkschaufenster und neulich bei uns im Blog im Bloggerview “zu Gast”, stellt online seine Abschlussarbeit unter CC-Lizenz zur Verfügung. René hat an der Universität Duisburg-Essen Sozialwissenschaften studiert. Das Projekt wurde von Lothar Krempel betreut; Zweitgutachter der Arbeit ist Sam Zeini.

Abstract:

“Diese Diplomarbeit geht der Frage nach, welche strukturellen Prinzipien dem Open Source Projekt KDE zugrunde liegen und inwieweit diese auf traditionelle Unternehmensstrukturen übertragbar sind. Im ersten empirischen Teil werden Projektbeteiligungen von Mitgliedern untersucht. Die Ergebnisse untermauern die Annahme einer Reputationsökonomie. Der zweite empirische Teil hebt auf die Strukturen in einer KDE-Mailingliste ab. Im Gegensatz zu traditionellen Unternehmensstrukturen scheint elektronische Kommunikation die realweltliche Organisationshierarchie stärker abzubilden und eine Umkehr klassischer Informationsmacht stattgefunden zu haben. Dabei wird nicht mehr Informationszurückhaltung, sondern breite und häufige Kommunikation vom System belohnt.

Die Mailingliste weist eine relativ stabile Zentrum-Peripherie-Struktur, bei der sich intensive Kommunikation hauptsächlich auf das Zentrum beschränkt. Den Zugang zum Zentrum scheint eine Kleingruppenobergröße zu limitieren. Während in traditionellen Unternehmen meist parallele Zusammenarbeits- und Kommunikationsstrukturen angestrebt werden, wird für Open Source-Projekte die These herausgearbeitet, dass gemeinsame Kommunikation nicht vornehmlich durch Zusammenarbeit, sondern durch eine vorhandene Reputationsökonomie initiiert wird. Dadurch lösen sich für Open Source-Projekte Divergenzprobleme zwischen formaler und informeller Struktur auf.

Desweiteren wird die Kommunikation während zweier zyklischer KDE-Produktionsphasen untersucht, einer eher zentralisierten und einer eher kreativen Phase. Die zentralisierte Produktionsphase führt zu einer stärker zentralisierten Kommunikationsstruktur, die kreative Phase zu einer Verdichtung und Intensivierung von Kommunikation. Dieser Zyklus von Verdichtung und Zerstreuung wiederholt sich während des Beobachtungszeitraumes regelmäßig im Sinne einer von Marcel Mauss (1974) beschriebenen Morphologie des sozialen Raumes. Dies führt zur These, dass Open Source-Projekte im Gegensatz zu traditionellen Unternehmensstrukturen das Grundbedürfnis des Menschen nach Nähe und Ferne strukturell eingewebt haben.”

Hier geht zur Arbeit.

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Bloggerview #5: Bastian Greshake – Gedankenstuecke

Mrz 22 2010 Published by under Bloggerview, WWU Blogs

Dieses Mal haben wir Bastian Greshake, den Blogger hinter Gedankenstücke und Bierologie und seit einem Jahr Pirat, zum Seelenstriptease gezwungen. Bastian ist aktueller Kandidat mit Listenplatz auf der Landesliste NRW der Piratenpartei – die Landtagswahl 2010 ruft.

Ahoi! Wer bist Du “in echt” und wie heißt Du im Netz?

Mein «bürgerlicher» Name ist Bastian Greshake. Online bin ich eigentlich recht konsequent unter dem Nickname «gedankenstuecke» bekannt. Mit Umlauten hat es das Internet ja nicht so, daher auch das ue. Mittlerweile kommt es aber auch häufig vor, dass ich außerhalb des Internets mit meinem Nicknamen angesprochen werde. [oha, dementsprechend dürfte es nur eine Frage der Zeit sein bis Thies und ich unisono mit InGe angesprochen werden]

Wie alt bist Du und was machst Du beruflich?

Geboren im Jahr 1985 und damit mittlerweile über ein Vierteljahrhundert alt. Ich studiere noch an der Universität Münster im Studiengang Biowissenschaften und bin ganz optimistisch den Studiengang dieses Jahr abschliessen zu können.

Wie heißt Dein Blog und seit wann existiert es?

Mein Blog heisst so wie ich. Oder eigentlich ist es andersrum. Also gedankenstuecke. Das Blog war zuerst da. Die Verwendung als Nickname kam erst später für diverse Social Networks. Angefangen habe ich Ende 2005.

Mit welchen Themen beschäftigst Du Dich in Deinem Blog?

So wirklich straight kann man das Blog glaube ich in keine Kategorie einordnen. Ich blogge halt über mein Leben. Dabei hat sich der Fokus im Laufe der Zeit stark verschoben. Angefangen habe ich damit einfach über kleine Anekdoten und Episoden aus meinem Leben zu berichten. Als ich dann die Fotografie für mich entdeckt habe ging es auch viel um das Thema. Zwischendurch wurde es auch mal wissenschaftslastig. Das habe ich allerdings recht schnell auf ein eigenes Blog ausgelagert, da die Wissenschaft zwar Teil meines Lebens ist, aber es nicht zwingend etwas mit mir als Person zu tun hat.

Seit ich der Piratenpartei beigetreten bin hat sich der Fokus erneut verschoben und es geht viel um politische und innerparteiliche Themen. Das ist auf der einen Seite schade, weil so viele andere Dinge in den Hintergrund treten. Trifft aber auf der anderen Seite auch ganz gut die Realität, da ich eigentlich meine gesamte Freizeit in die politische Arbeit stecke. Darunter leidet allerdings auch die Zeit um überhaupt etwas zu bloggen. Continue Reading »

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Bloggerview #4 – René Lehnert, der Sonntagssoziologe

Mrz 15 2010 Published by under Allgemein, Bloggerview

René Lehnert, im Netz bekannt als der Sonntagssoziologe, wandelt mit dem Format Denkschaufenster auf neuen Pfaden. Er ist Jahrgang 1973, hat erst was mit Eisenbahnen gemacht, dann noch Abitur und gerade sein Studium der Sozialwissenschaften abgeschlossen.

Hallo René! Danke, dass Du Zeit für uns hast und danke, dass Du so ein freundlicher Mensch bist. [Ich hab René per Email kontaktiert und die ganze Zeit Benedikt genannt. Er hat es mir zum Glück nicht übel genommen] Seit wann gibt es Dein Blog ?

Mein Blog ist eigentlich ein Podcast, also ein Audioblog, eine Art Internetradio zum runterladen. Mit seinem Vorläufer habe ich Sommer 2008 begonnen. In seiner jetzigen Form besteht er seit Februar 2010. Einen normalen Schreib-Blog habe ich bisher nicht betrieben.

Mit welchen Themen beschäftigst Du Dich?

Ich führe 25minütige Interviews mit Personen aus Wissenschaft, Kunst und Kultur. Obwohl ein Wissenspodcast, geht es mir nicht darum, ein Thema kurz und prägnant darzustellen; überhaupt steht reine Wissensvermittlung nicht im Vordergrund. Vielmehr soll mit nicht alltäglichen Gedanken assoziativ gespielt werden, als fragmentale Einblicke in fremde Geisteswelten. Soweit sich die Gäste darauf einlassen natürlich. Das ist nicht immer der Fall und dann durchaus in Ordnung. Manche Interviewpartner möchten ihr Anliegen möglichst umfassend an den Hörer bringen und wenn es nach mir ginge, würde ich lauter skurrile Fragen stellen und abschweifen. Am liebsten sind mir anspruchsvolle Themen, die etwas abseits der allgemeinen Öffentlichkeit stehen, in denen man sozusagen etwas entdecken kann, auch wenn man nicht alles versteht. Continue Reading »

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Bloggerview #3 Andy Strauß, Beruf: Unikat

Mrz 08 2010 Published by under Allgemein, Bloggerview

Andy Strauß, Autor des Buches “Establishmensch” und Gewinner diverser Poetry Slams, hat uns Rede und Antwort gestanden. Andy ist 1980 +/- drei Jahre geboren worden. Schreiben konnte er schon vor der ersten Klasse. Zu Schulzeiten hat er mit seinen Aufsätzen das Lehrpersonal erschüttert oder verunsichert. Oder beides.

Moin! Fein, dass du als vielbeschäftigter Schriftsteller Zeit für uns findest! Wer bist Du und unter welchem Aliasnamen findet man Dich im Netz? Stell Dich doch kurz vor.

Also in „echt“ heiße ich Andy Strauß. Ganz am Anfang agierte ich im Internet als Netpunk, weil ich in der Stadt, aus der ich ursprünglich komme, der erste Punker mit Internet war. Mein youtube-channel und meine myspace-Seite haben immer noch Netpunk irgendwo im Namen. Heute mach ich den meisten Kram aber unter meinem Namen oder unter dem Namen „Establishmensch“.

Was machst Du um Dir Deine Brötchen zu verdienen?

Mein Beruf lässt sich am besten mit dem Begriff Freier Künstler umschreiben, denn ich verdiene mein Geld damit, dass ich Bücher schreibe, Leuten Dinge vorlese, Unsinn auf Bühnen mache, Theater spiele und Musikkrams bastel. Continue Reading »

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