Wir sind Twitter!
Auch wir stimmen nun in den Vogel-Chor ein und zwitschern ein wenig mit. Ob man unsere Stimme hören wird? Keine Ahnung? Werden wir an die Nummer 1 (Ashton Kutcher, 2,3 Mio. Followers) oder Nummer 2 (Britney Spears, 1,9 Mio. Followers) des Twitter-Universums herankommen? Werden wir überhaupt Followers haben? Diese letzte Frage kann ich sogar schon beantworten und sie überrascht mich, kaum angemeldet und schon 12 Personen, die uns bei unserer Reise in die weite Welt des Internet begleiten wollen. Oder ist hier nur der MySpace-Effekt eingetreten, wo “Tom” automatisch immer dein Freund ist? Fragen über Fragen!
Eigentlich weiß noch nicht genau, was ich von Twitter halten soll. Zum einen sehe ich in diesem sogenannten “micro-blogging system”, welches dazu dient SMS-artige Nachrichten im Netz zu verschicken, einen gigantischen Hype, der zur Zeit alle anderen Web 2.0-Anwendungen alt aussehen lässt. Allein die Zeichenbeschränkung führt aber (automatisch?) oft zu banalen und inhaltsarmen Kommentaren. Hier wird im Sekundentakt in 140 Zeichen gefühlt, geliebt, gehasst, geglaubt und gewünscht. Die Werbung hat Twitter inzwischen auch für sich entdeckt … *seufz*
Zum anderen ist schon interessant zu sehen, wer sich bei Twitter alles herumtreibt und dort seine Meinung
veröffentlicht, sei es im wissenschaftlichen Bereich, u.a. Internetpionier Howard Rheingold, oder Politiker, wie US-Präsident Barack Obama, dessen gesamte Wahlkampagne die komplette Bandbreite des Web 2.0 sehr stark nutzte. Und so kommt man in der Rolle des Follower schnell und einfach zu interessanten Kommentaren oder Hinweisen im Netz. Auch die viel diskutierte Rolle von Twitter bei den Protesten zur Zeit im Iran ist für Soziologen, Politologen etc. hoch interessant (da wird mit Sicherheit die ein oder andere Examensarbeit sich mit beschäftigen), wobei diese Rolle nun auch nicht übeschätzt werden darf.
Ob Sinn oder Unsinn, aber für viele “Fanboys” bestimmt interessant, dass man nun (mehr oder minder) persönliche Infos der Stars bekommt und so an ihrem Leben teilhaben kann, so twittern Musiker, Schauspieler und Autoren (von den “Black Eyed Peas” über David Hasselhoff
bis hin zu Warren Ellis).
Das Twitter die Zukunft des Journalismus sein soll, bezweifle ich allerdings ganz stark, auch wenn Twitter durch die Notlandung im Hudson River und den Amoklauf von Winnenden in den Massenmedien und somit im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit angekommen ist. Mit Twitter lassen sich Nachrichten in Windeseile verbreiten, aber über die Glaubwürdigkeit muss man diskutieren und es bedarf einer starken Reflexion, da es sich bei Tweeds zumeist über subjektive Kommentare oder Augenzeugenberichte handelt.
Kurz noch zwei allgemeine Anmerkungen zu Twitter, die mir bei der Beschäftigung mit der Thematik auffielen: Für alle Statistiker gibt es mit twittercounter.com, tweetrush.com und twem.de interessante Möglichkeiten sich über Twitter zu informieren. Bei twem.de kann man sich u.a. anzeigen lassen, wer in seiner Stadt noch zwitschert (z.B. in Münster). Und auch die schönen Künste sind von Twitter inspiriert worden, so gibt es hier, hier und hier Lieder über die Plattform: “Cuz Twitter beats Facebook any day, 140 characters is all you need to say.“
Wer nun auch twittern möchte oder gerne Followers haben will, der werfe einen Blick in den “Twitter Guide – Everything about Twitter”, der kurz und knapp alle Begriffe und Funktionen erläutert.
Zum Abschluß ein Video, in dem Jon Stewart in seiner “The Daily Show” das Phänomen “Twitter” näher erklärt:
| The Daily Show With Jon Stewart | Mon – Thurs 11p / 10c | |||
| Twitter Frenzy | ||||
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Nachtrag: “Wie werde ich Twitter-Gott?” mit Tipps von Sascha Lobo.
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