Peter Richter, auch mit eigenem Vlog nicht der digitalen Bohéme angehörig und stolz auf seine vergütete Berufstätigkeit, versucht auf FAZ.net Communities verschiedenster Art zu erklären. Sein sonst eigentlich unterhaltsames Magazin “Richterspruch”, ein hübsch satirisches Format, fällt diesmal durch Unkenntnis und vor allem Unlustigkeit auf.
Lieber Peter,
ich hätte mehr erwartet. Du als Kindergärtner und somit erwachsener Mann (mit journalistischer Beruf-ung) willst ein bisschen polarisieren und anders als Deine Kollegen Marc Baumann und Tobias Haberl von der Süddeutschen, die das Thema Communities mit Charme und Witz aufbereiten, haust Du voll daneben. Ich frage mich also anlässlich: ist es Neid auf Lobo und Friebe, willst Du Clicks und damit ein bisschen Dein virtuelles Renommé aufdonnern oder springst Du einfach auf den fahrenden Onlineberichterstattungszug auf, weil man das nun mal gerade so macht?
So blöde scheint das alles ja auch gar nicht zu sein, denn Du hast bei Facebook direkt mal ein paar “Freunde” hinzugefügt. Sofern ich 11 und 1 richtig zusammengezählt habe, verbirgst Du Dich hinter dem Youtube-Account elevenone und promotest “Richterspruch” so auch über andere Kanäle als das FAZ-Portal. Und Youtube könnte, zumindest im weitesten Sinne, ebenfalls als Community bezeichnet werden (oha. Nicht, dass Du aus Angst, Dich aus Versehen einer gemeingefährlichen digitalen Vereinigung angeschlossen zu haben, jetzt sofort zum Telefon greifst und das BKA rufst). Bei Twitter, dessen Sinn und Zweck sich Dir noch nicht erschlossen haben, hast Du ebenfalls Spuren hinterlassen – Zwei absolut konträre Fraktionen pflichten Dir dort entweder zu 100% bei oder bewerten Deinen Beitrag als das, was er ist, nämlich als schlecht recherchiert, nicht witzig und außerordentlich polemisch. Somit kann ich Dir jetzt ganz einfach den Nutzen von Twitter erklären: man spricht über Dich. Und zieht los um Deinen Vlog zu sehen. Recht gebe ich Dir in einem einzigen Punkt und auch nur was Dich betrifft; der herrschaftsfreie Diskurs existiert nur bedingt, denn Du machst Marketing.
Das, was ich an Dir in Deiner Kolumne “Blühende Landschaften” bewundert habe, nämlich Dein Talent sprachgewandt und präzise komplexe Verhältnisse kurzweilig auf den Punkt zu bringen, verkehrt sich bei dieser Folge von “Richterspruch” ins Gegenteil. Du sagst hier trotz vieler gut klingender, großer Worte: nichts.
Viele Grüße, Deine Karoline





