Hallo zusammen,
im Rahmen unseres Gruppenthemas, wie Wissen im Internet produziert, verbreitet und kontrolliert wird, stiess ich gestern auf einen Beitrag der Onlineausgabe der „Zeit“. Ein spannender Artikel, der zum weiteren Nachdenken anregt, denn er zeigt Probleme auf, mit denen sich Wikis und allem vorran natürlich Wikipedia auseinandersetzen müssen. Ist das Wissen allgemein gültig oder wer entscheidet, was richtig und was falsch ist? Die im Artikel vorgestellte Conservapedia mag auf den ersten Blick sehr bedenklich erscheinen und wird es wohl niemals zu einem fundierten Nachschlagewerk schaffen. Viel spannender ist jedoch das zweite „Gegenprojekt“ zur Wikipedia, Citizendium will die fundiertere Quelle darstellen.
Die Idee Larry Sangers` sieht so gesehen eine „erlesene“ Auswahl von Autoren vor, Wissen soll intersubjektiv und damit unanfechtbar werden. Die Idee ist eigentlich spitze, würde sie sich durchsetzen, hätte man z.B. als Student verifiziertes Wissen, welches man auch als Quelle angeben darf, Wikipedia ist bis heute nicht zugelassen für Referate und Hausarbeiten.
Aber wie ist das Ganze umsetzbar, wer will entscheiden, ob User „A“ der Fachmann für Kategorie „B“ ist? Wieviel Autoren würde man benötigen, um beispielsweise den thematischen Umfang von Wikipedia abzudecken? Abgesehen von einigen Negativbeispielen ist Wikipedia vom Prinzp her ein selbstreinigendes Konzept, wer etwas weiss, trägt es ein und wenn jemand etwas besser weiss, verbessert er es. Jeder Mensch ist in irgend einem Gebiet ein Fachmann, und da setzt die Idee des „Mitmachnetzes“ an. Citizendium würde dem natürlich entgegenwirken.
Braucht die Gesellschaft das? Wer kennt das nicht, man will etwas auf die Schnelle nachschlagen, ohne sich grossartig in die Materie einzuarbeiten. Wer war nochmal Ton, Scheibe, Scherben? Oder wann fand Woodstock genau statt? Als erste URL kommt den Meissten Wikipedia in den Sinn.
„Volkswissen“, damit könnte man Wikipedia evtl. beschreiben, klingt meiner Meinung nach ein wenig abwertend, aber es trifft den Nagel auf den Kopf. Ich kann mich nicht mit allen Dingen des täglichen Lebens absolut fachwissenschaftlich auseinander setzen, dann würde ich aus dem Lesen nicht mehr heraus kommen.
Es wäre natürlich angenehm, wenn ich stets wüsste, dass das Wissen, welches ich abrufe, hundert prozentig verifiziert ist, so wie Citizendium es umsetzen will. Aber dann wäre unter Umständen der Enthusiasmus des Web2.0 in einer gewissen Weise ausgebremst. Wenn ein Wiki-Artikel zwanzig mal bearbeitet wurde, gehe ich davon aus, dass das Ergebnis brauchbar ist, den Vergleich zu populären Print-Enzyklopädien hält Wikipedia durchaus stand.
Ein Fazit zu ziehen fällt schwer, der exemplarische Vergleich zwischen den Konzepten von Wikipedia und Citizendium lässt Raum für angeregte Diskussionen!
von Martin Möbius
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In loser Reihenfolge schreiben die Studenten des Seminars “Gesellschaft im Netz: Soziologische Betrachtungen und Perspektiven” (IfS Münster, WiSe 2007/08) Beiträge für diesen Weblog.
















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