Vortrag: Ein Stück Heimat im Netz - Virtuelle Diaspora von türkischen und russischen Migranten in Deutschland Ist das Wissen allgemein gültig?
Feb 05

Nachdem das Web 1.0 uns in einem Globalen Netz zu Konsumenten von schier unerschöpflichen Wissens- und Datenquellen machte vollzog sich ein Prozess, welcher die Menschen in immer schnelleren Abfolgen von klassischen Printmedien zu neuen elektronischen Medien führte. Die Zeiten in denen wichtige Ereignisse sich erst in den 20Uhr Nachrichten oder gar erst in den Zeitungen am nächsten Morgen verbreitete sind längst vorbei. So trug das Internet als solches zu einer sehr schnelllebigen Wissensgesellschaft bei. Eine Gesellschaft in der sich eine wichtige neue Nachricht beinahe schneller verbreitet als das sie geschehen kann. Ein immer breiterer Kreis informiert und kommuniziert via Internet.


Aber erst mit dem Prinzip des Web 2.0 machten wir uns selbst zu aktiven Teilnehmern und Produzenten von Nachrichten und Daten. Ein Prinzip, welches es uns ermöglicht, mit geringst möglichem Einsatz ein Maximum an Effizienz in der Informationsverbreitung zu erreichen.
Das Web 2.0 als solches erreicht exponentielle Effektivitätssteigerungen je mehr Leute sich engagieren und ein bestimmtes Medium nutzen.
Als ein vielgenanntes Beispiel ist hier die Internetenzyklopädie Wikipedia zu nennen, an der sich neben vielen Stammschreibern praktisch jeder der etwas zu einem bestimmten Thema beitragen kann die Möglichkeit hat, sein Wissen in ein allumfassendes Nachschlagewerk zu publizieren.
Wie gut dieses Prinzip funktionieren kann erörterte der Stern in einer Ausgabe im Dezember 2007. Ein Vergleich der professionellen Brockhaus–Enzyklopädie und dem Mitmachlexikon für Jedermann ergab, dass Wikipedia in 43 von 50 zufällig ausgewählten Artikeln aktueller und besser ist.
Gegenseitig verbessern und gegenseitig bilden ist das Prinzip, welches den Trend, der durch das Web 2.0 ins Rollen gebracht wurde, vielleicht am besten aufzeigt.
Ein geeignetes Beispiel sind hier technische Probleme, bei denen man noch vor 15 oder 20 Jahren ohne zu zögern einen Fachhandwerker konsultiert hätte. Heute ist es im immer größeren Umfang so, dass man zunächst in irgendwelche fachaffinen Chats, Foren oder Blogsammlungen, die irgendwer veröffentlich hat, recherchiert in wieweit man sein Problem nach einem kurzen Onlinecrashkurs selbst beheben kann.
So ist es keine Seltenheit mehr, das Web 2.0 uns immer mehr zu Hobby- Elektrikern, Hobby-Mechanikern oder sogar zu Hobby- Ärzten macht.

von Daniel Hoppe

In loser Reihenfolge schreiben die Studenten des Seminars “Gesellschaft im Netz: Soziologische Betrachtungen und Perspektiven” (IfS Münster, WiSe 2007/08) Beiträge für diesen Weblog.

Share and Enjoy:
  • Print this article!
  • E-mail this story to a friend!
  • Digg
  • del.icio.us
  • Furl
  • Technorati
  • Facebook
  • Slashdot
  • Spurl
  • StumbleUpon
  • YahooMyWeb
  • Live
  • MisterWong.DE
  • TwitThis

Leave a Reply