Die Partnersuche im Internet ist in Deutschland in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Mittlerweile nutzen „8,9 Millionen Deutsche das Internet regelmäßig für die Kontaktsuche“ . Es gibt ca. 2700 Dating-Seiten, 20% aller deutschen Internetnutzer haben eine solche Seite bereits aufgesucht. Aber hier tut sich neben all den statistischen Angaben die Frage auf, was eine Partnerbörse überhaupt ist und wie sie funktioniert.
Eine Partnerbörse ist eine meist (für Männer) kostenpflichtige Plattform im Internet, auf der Menschen einen Sexual-, Lebens- oder Feizeitpartner suchen können. Dies geschieht meist über Profile, die Suchende anhand einer vom Anbieter erstellten „Eingabemaske[n]“ oder eines Fragenkataloges erstellen. In einem Profil gibt der Nutzer zunächst die üblichen Angaben, wie Geschlecht, Alter, Größe, Augenfarbe, Haarfarbe, Gewicht, Beruf usw. an und stellt in der Regel auch ein Foto mit ein. Hinzu können ergänzende Angaben zum Äußerlichen (wie Tätowierungen oder Piercings), Interessen, Haustiere, Sport, Musik, Wünsche, Sternzeichen, Familiensituation, Sprachen, Ethnische Herkunft, Religion, Politisches Weltbild und natürlich Traumpartnervorstellung gemacht werden (z.B.: www.ilove.de). Diese Angaben müssen nicht einmal selbst geschrieben werden, der Nutzer kann entsprechende Vorgaben in der Eingabemaske anklicken.
Alle Daten werden tabellarisch in einer Datenbank erfasst. Auf der Suche nach dem passenden Partner kann sich der Inserent durch eine Tabelle mit verschiedenen aufgelisteten Angaben zum „Wunschbild des Objektes der Begierde“ „klicken“. Ein Programm durchsucht nun die Datenbank nach Inserenten mit den gewünschten Angaben und listet dem Suchenden diese auf. Der Suchende kann nun per E-Mail Kontakt mit den Inserenten aufnehmen. Die Kommunikation kann auch über einen Chat erfolgen, den viele Suchseiten anbieten. Inwiefern weiterer Kontakt außerhalb des virtuellen Raumes erfolgt, ist Sache der Inserenten.
Es gibt viele Gründe warum sich die Partnersuche über Kontaktanzeigen in der Zeitung oder Partnervermittlungsinstitute in das Internet verlagert hat. Zum einen ist man nahezu anonym und kann jederzeit einen Kontakt abbrechen, bzw. „eine sich bereits anbahnende Beziehung sofort [zu] beenden“. Auf Grund dessen läuft man nicht so leicht auf die Gefahr hin, durch andere verletzt zu werden, vor allem aber auch da man als Suchender meist mehrere Kontakte gleichzeitig pflegt. Erfährt man Ablehnung, schreibt man einfach den nächsten Kontakt an. Zum zweiten muss keine Rücksicht auf Dritte oder Konventionen genommen werden, wie bei einem Treffen im öffentlichen Rahmen. Die einzige Tätigkeit beschränkt sich auf das Tippen am Computer. Die „Online-Suche“ kann bequem an vielen verschiedenen Orten, wie zu Hause, am Arbeitsplatz oder im Internetcafé, stattfinden. Die Suche ist also einfach und selbstgesteuert. Ein weiterer Grund sich für die Partnersuche über Internetplattformen zu entscheiden, ist die Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, mit denen man in der „Realität vielleicht niemals Kontakt aufgenommen hätte. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, in allen Lebenssituationen jeden Alters können hier kommunizieren. Dies ist natürlich vor allem für diejenigen relevant, „die aufgrund ihrer Wohnsituation und Lebensweise ein nur kleines Kontaktfeld besitzen“.
Neben all den soeben genannten Vorteilen der „Online-Partnerbörsen“, birgt diese Form der Partnersuche natürlich auch Gefahren. Auf den Dating-Seiten finden sich nicht nur Menschen ein, die auf einer ernsthaften Partnersuche sind, sondern natürlich auch Menschen mit anderen Absichten. Der Suchende muss also selbst entscheiden, inwieweit er Informationen über sich preisgibt und sich auf die Schutzmöglichkeiten der Suchseiten verlassen. Ein Beispiel ist die bereits genannte Seite www.ilove.de, auf der es einen Dienst gibt, der sich „Schutzengel für Frauen“ nennt. Diese „Schutzengel“ sind Administratoren, die bei Belästigung oder sonstigen Problemen kontaktiert werden können.
Ob man also nun auf der Suche nach einem „Flirt“ ist, eine ernsthafte Beziehung sucht, oder einfach nur Freunde kennenlernen will, die Möglichkeiten im World Wide Web sind unendlich und der User entscheidet selbst, in welcher Form er Dienste nutzen möchte oder diesen bei Bedarf entsagen. Da das Ganze meist sehr kostengünstig bzw. teilweise sogar kostenfrei ist, sind sogenannte „Partnerbörsen“ im Internet eine gute Möglichkeit, auch außerhalb des Umfeldes in der „Realität“, Kontakte zu knüpfen.
von Sarah Anders
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In loser Reihenfolge schreiben die Studenten des Seminars “Gesellschaft im Netz: Soziologische Betrachtungen und Perspektiven” (IfS Münster, WiSe 2007/08) Beiträge für diesen Weblog.
















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