Podcast “Arbeitsmarkt 2.0 - Strategien der Selbstdarstellung im Netz” Wissen im Netz: Wieviel ist es dir wert?
Dez 15

Strukturwandel der Bildung
Das Web 2.0 steht für Aktivität und Aktionismus wie kaum ein anderes Medium im Bereich der Informationsbeschaffung und -verbreitung. War das „alte“ Web 1.0 noch ein eher passives Verbreitungsmedium, bei dem Medienkonsum anstelle von Medienproduktion und Lesen anstatt Schreiben im Vordergrund stand, so ist dies im heutigen Web 2.0 - Zeitalter völlig anders.
Das Web 2.0 ist eine Art „social Web“, wo der User vom Einzelgänger zum Teamplayer avanciert oder auch vom Schüler zum Lehrer. Es gibt nicht nur anonyme Surfer und Konsumenten, sondern auch Publizisten und Produzenten, und das sowohl bei Blogs, Wikis, Podcasts oder Videos. Ein „Mitmach-Web“ ist entstanden, welches die Menschen immer mehr miteinander vernetzt und in verschiedene Rollen schlüpfen lässt. Mal ist man Autor, mal Regisseur, mal Darsteller und mal Leser … diese Pluralität von Rollen macht das Web 2.0 so geheimnisvoll und anziehend. Diese Fortschritte und Weiterentwicklungen im Bereich des Internet, sind von immenser Bedeutung für die heutige Informations- und Wissensgesellschaft, ihr Veränderungspotenzial ist mit der Erfindung des Buchdrucks von Gutenberg vergleichbar.

Wie können aber nun Bildung und Bildungseinrichtungen von diesen Möglichkeiten profitieren?
Eine Möglichkeit für Institutionen (Universitäten, Schulen, Vereine uvm.) im Bildungsbereich das Internet konstruktiv zu nutzen bietet das Bloggen, d.h. der Einsatz von Blogs im Rahmen von kooperativem Lernen im Unterricht oder in Seminaren. Gerade die jüngeren Generationen, welche mit dem Web 2.0 in den letzten Jahren mehr oder weniger zusammen aufgewachsen sind, arbeiten gerne und erfolgreich mit einem Medium, das ihnen aus ihrer Freizeit schon hinreichend bekannt ist. An Universitäten nutzen zudem viele Institute so genannte Server oder Lernplattformen wie E-learning, auf denen auch wiederum durch Blogs, Wikis etc. ungeahnte neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit von Dozenten und Studenten entstehen.
Blogs können dabei ganz verschiedene Einsatzmöglichkeiten haben, wie z.B. als Notizbuch, als Ideenregister, als Surftagebuch oder zur Dokumentation von Projekten und. unterrichtlichen Prozessen dienen. Die Zeitspanne, über welche so ein Blog aufrechterhalten werden kann oder soll, ist frei bestimmbar. Sie kann von einem Monat über ein Semester bis hin zu einem ganzen Jahr reichen. Dass bei Blogs mit Realnamen gearbeitet wird, ist- obwohl auch Nachteile bedacht werden müssen- wohl eher vorteilhaft zu sehen. Anders als bei vielen Foren, in denen Phantasienamen oder Pseudonyme verwendet werden, arbeitet man im Blog normalerweise mit dem eigenen, realen Namen. Deshalb muss sich der User heutzutage sehr gut überlegen, was er in Blogs schreibt. Oft kann man die Blogeinträge auch noch Jahre später bei Google nachrecherchieren und Arbeitgeber gucken recherchieren Informationen über ihre Bewerber auf eine Stelle immer öfter im Internet. Blogs haben meiner Meinung nach jedoch viel mehr Vor- als Nachteile und sind ein effektives und effizientes Mittel, das Web 2.0 im Bildungsbereich zu nutzen und zu integrieren.

von Lasse Rowald

In loser Reihenfolge schreiben die Studenten des Seminars “Gesellschaft im Netz: Soziologische Betrachtungen und Perspektiven” (IfS Münster, WiSe 2007/08) Beiträge für diesen Weblog.

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