Video: Web 2.0 - A Very Brief Introduction Interview mit Katy Teubener - Arbeitsmarkt 2.0
Dez 09

Es erstaunt einen doch immer wieder wie rasant sich das Internet in den letzten Jahren entwickelt hat, denn es hat sich erfolgreich in unseren Alltag integriert und spielt in nahezu allen Lebensbereichen (Beruf, Freizeit, Freundschafts-/ Liebesbeziehungen usw.) eine kaum mehr wegzudenkende Rolle. Welches Ausmaß diese erfolgreiche Etablierung hat, lässt sich durch Zahlen veranschaulichen, die sich auf die deutschen Internetnutzer beziehen, die in den letzten Jahren einen eindeutigen Zuwachs zu verzeichnen haben.
Deutlich wird dieser Anstieg z. B. durch die relativ bekannte ARD/ZDF-Onlinestudie, die zwischen 1998 bis 2006 erhoben wurde. Im Jahr 1997 waren noch 6,5 % aller Deutschen im Netz, also 4,1 Millionen Menschen. Drei Jahre später stieg der Prozentsatz auf 28,6 % und im Jahr 2006 auf 59,5 % (38,6 Millionen).

ARD ZDF Onlinestudie

Die Zahlen sind ja schön und gut, doch ich habe mich beim Lesen der Studie gefragt, ob das Internet denn schon damals für eine breite Masse zugänglich war beziehungsweise wer denn vor 10 Jahren am intensivsten im Netz gesurft hat? Zur Beantwortung dieser Frage, lässt sich die ARD-Studie ebenfalls in den Blick nehmen. Diese hat während ihrer zehnjährigen Erhebung das Profil eines so genannten typischen Internetnutzers herausfiltern können. Dazu seien an dieser Stelle ein paar interessante Fakten angeführt: 1997 war der typische Internetnutzer durchschnittlich 20 bis 39 Jahre alt, war berufstätig und wies einen hohen Bildungsgrad auf. Seine Motivation das Internet zu nutzen war besonders durch die Komponenten Kommunikation und der Beschaffung von Informationen geprägt: Das Internet galt für ihn also noch nicht als Unterhaltungsmedium.

In jüngsten Jahren hat sich dieses Verhalten allerdings verändert, denn es lässt sich eine Trendwende beobachten, die sich vom typischen Internetnutzer von vor 10 Jahren entfernt. Heutige Internetnutzer interessieren sich neben der Kommunikation und Informationsrecherche nun auch mehr für Shoppingangebote, Onlineversteigerungen, Preisvergleiche, Flirtbösen usw.

Bedenkt man, dass nahezu kein Jugendlicher mehr auf einen Computer und auf einen Internetzugang zu Hause verzichten muss und mehr als die Hälfte der Jugendlichen sogar angeben einen eigenen PC zu besitzen, lässt sich verstehen, dass insbesondere der Anteil der jugendlichen Internetnutzer in den letzten Jahren immens gestiegen ist. Zu dieser Angabe lassen sich abermals ein paar Zahlen zur Verdeutlichung anführen: 1997 lag der Anteil der Internetnutzung der 12/13-19 jährigen lediglich bei 6,3 %, heute ist dieser Prozentsatz auf 97,3 % gestiegen. Der Computer und auch das Internet sind zum integralen Bestandteil junger Heranwachsender geworden.

Diesbezüglich lässt sich die Frage stellen, welches Nutzungsverhalten die Jugendlichen eigentlich an den Tag legen. Muss man bezüglich der oben genannten Verhaltensweisen nun davon ausgehen, dass sie wahllos bei Ebay Konsumartikel ver- und ersteigern, sich von Shoppingangeboten blenden lassen oder sich den ganzen Tag in Chaträumen aufhalten? Solche und ähnliche Bedenken würden vielleicht Eltern, Lehrer oder Erzieher äußern und das Internet aus pädagogischer Hinsicht verurteilen (Nur eine oberflächliche Vermutung ).

Die unterschiedlichsten Studien sorgen jedoch dafür, dass solche Sorgen ausgeräumt werden, denn dort wurde herausgefunden, dass die meisten Jugendlichen das Internet für die alltägliche Kommunikation nutzen. Das heißt, dass sie vor allem Funktionen, wie ICQ, MSN und E-Mails heranziehen, um mit ihren Freunden im gegenseitigen Austausch zu bleiben.
Führt man sich die Ergebnisse der JIM Studie von 2006 (JIM = Jugend, Information, (Multi-) Media) vor Augen, dann wird allerdings auch deutlich, dass nur sehr wenige surfen, um an aktuelle Informationen zu gelangen, oder nach Wissenswertem für Schule und Beruf suchen. Meiner Meinung nach ist dies kein bedenklicher oder überraschender Befund, denn man muss schließlich beachten, dass die Interessen von Jugendlichen nun mal nicht vorrangig auf das aktuelle Zeitgeschehen gerichtet sind, vor allem bei den Jüngeren nicht. Man spricht schließlich immer davon, dass sich Jugendliche zu so genannten „Peer Groups“ zusammenfinden und von daher ist es nicht verwunderlich, dass sie diese Möglichkeiten nutzen, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben und sich nur zweitrangig um den Informationserwerb interessieren. Je älter die Kids werden desto eher sind sie dann auch bereit, das Netz als Informationsquelle zu nutzen: 15 % der 12/13 Jährigen nutzen das Internet, um an Informationen jeglicher Art zu gelangen, also an aktuelle Nachrichten oder Informationen für die Schule. Von den 18 und 19 Jährigen sind es dann schon 28 % und mit Sicherheit steigt diese Zahl mit zunehmendem Alter. Obwohl man hier auch wieder ein Bildungsgefälle ausmachen kann: Hauptschüler verbringen beispielsweise mehr Zeit in Chaträumen, als nach Informationen zu suchen. Bei Gymnasiasten tritt der umgekehrte Fall in Kraft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Internet bei allen Jugendlichen also vollkommen angekommen ist.

von Lena Vassmer

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In loser Reihenfolge schreiben die Studenten des Seminars “Gesellschaft im Netz: Soziologische Betrachtungen und Perspektiven” (IfS Münster, WiSe 2007/08) Beiträge für diesen Weblog.

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