Vortrag: Web 2.0 - Wie verändern sich Technik und Nutzung des Internet Supermarket 2.0
Okt 24

Wir freuen uns, am nächsten Mittwoch (31.10.2007) Dr. Andreas Schelske in unsere Ringvorlesung begrüßen zu können. Nach den ersten beiden Vorträgen, die eine Einführung in das Themengebiet Internet und Web 2.0 geboten haben, kümmert sich Herr Schelske um die Macht des Internetnutzer und die Möglichkeit einer “computergestützten Vergesellschaftung”. Wir freuen uns auf einen spannenden Vortrag…

… und für alle die schon ganz gespannt sind oder noch ein paar zusätzliche Informationen brauchen, hier der Kommentar zum Vortrag und die Informationen zum Referenten:

Der Vortrag:

Eine neue Gesellschaft? - Computerunterstützte Vergesellschaftung und die Macht der Internetnutzer
Welche Macht erlangen vernetzte Netcitizen?

Das Internet symbolisiert ein dezentrales Weltbild, in dem bestehende Machtstrukturen hinsichtlich Öffentlichkeit, Meinungsfreiheit, Patent- und Kopierschutz sowie Hierarchien und gesellschaftliche Institutionen umgangen werden können. Zudem haben große Unternehmen, wie z.B. LEGO, Amazon, Google oder Ebay, einen Teil ihrer Produktionsmittel demokratisiert und so weit wie möglich den vernetzten Konsumenten übergeben. Selbst die Macht über die Produktionsabläufe teilen die genannten Unternehmen. So bestimmen Konsumenten in der interaktiven Wertschöpfung, was, wie und wann ein Produkt angeboten bzw. produziert wird. Desgleichen gewinnt die Masse der Internetnutzer eine autoritative Macht, indem sie beispielsweise mit Wikipedia die umfangreichste Enzyklopädie der Weltgeschichte aufgebaut hat. Wer behaupten möchte, dass in der Wikipedia-Enzyklopädie nicht die Wahrheit über die Welt geschrieben steht, hat zwar Recht, aber gleichzeitig übersehen, dass im demokratisierten Wissen viele unterschiedliche Welten neben einander existieren, die dem Diktat der Experten nicht gehorchen wollen. Die autoritative Macht der Masse besteht nicht darin, eine einzige Wahrheit zu wissen, sondern sie besteht darin, dass sie ihre Interessen formuliert und danach handelt. So ist Wikipedia nicht infolge seines wahren Wissens massenwirksam, sondern die Masse begeistert sich für Wikipedia, weil sich viele Individuen als Teil des von Wikipedia verstehen und selbstständig integrieren. In den veränderten Medienverhältnissen genießen Konsumenten ihre Macht, weitgehend selbstständig zu bestimmen, was sie wissen, konsumieren und produzieren wollen. Der Vortrag betrachtet, wie es mit ganz unterschiedlichen Machtverhältnissen in der Gegenwartsgesellschaft steht.

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Der Referent:

Dr. Andreas Schelske ist Inhaber der soziologischen Beratungsagentur 4communication in Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf Mediensoziologie, Informatik und Gesellschaft, Bildwissenschaften, Semiotik, Internetsoziologie und der Konsumsoziologie.

Andreas Schelske im Interview:

Wie verändert das Internet die Gesellschaft? Für das Web 3.0 bzw. dem Semantik Web der Zukunft sind ab dem Jahr 2012 die wichtigsten technischen Voraussetzungen ausgereift. Ungefähr 85 Prozent aller Bürger in der Bundesrepublik verfügen dann über einen stationären oder mobilen Online-Zugang. Die Mobilfunktechnik UMTS nutzen in fünf Jahren ca. 60 Prozent aller deutschen Handybesitzer. Zudem werden ab 2012 jährlich ca. 500 Millionen Mobiltelefone weltweit ausgeliefert, die über ein GPS für Fußgänger verfügen. Mit den RFID-Chips ist Computertechnik ab 2012 in vielen Kundenkarten und wichtigen Konsumprodukten allgegenwärtig geworden, so dass Wertschöpfungsketten vom Rohstoff bis hin zum Konsum kontrolliert werden können.

Welche sozialen/gesellschaftlichen Auswirkungen hat das Internet Ihrer Meinung nach? Diejenigen, die für den Umgang mit Menschen und Informationstechnik ausgebildet wurden, stehen an der Spitze der Gesellschaft. Trotz zunehmender sozialer Ungleichheit vernetzt das Internet die Bürger untereinander: Jeder wird mit jedem in Social Networks in Beziehung stehen. Den Alltag unterstützten persönliche Informations-Management-Systeme, mittels derer wir Zeit, Ort und Tätigkeit planen. Den Luxus der voll vernetzten Gesellschaft bestimmen teuer gewordene Alltäglichkeiten, wie z.B. körperliche Anwesenheit, kommunikationsfreie Zeit und interesseloses Flanieren.

Was interessiert Sie an den sozialen/gesellschaftlichen Auswirkungen des Internet? Mich interessiert, wie die Informationstechnik alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt und veränderte Form der Vergesellschaftung ermöglicht.

Seine Web-Tipps:

Literatur zur Vor- und Nachbereitung:

  • Andreas Schelske: Macht und Herrschaft in vernetzten Medien In: Ders. (2007): Soziologie vernetzter Medien. Grundlagen computervermittelter Vergesellschaftung. München. S.129-140.

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One Response to “Vortrag: Eine neue Gesellschaft? - Computergestützte Vergesellschaftung und die Macht der Internetnutzer”

  1. Andreas Schelske / 4communication Says:

    Der Vortrag zur computerunterstützten Vergesellschaftung und die Macht der Internetnutzer geht auf die kommende Computergesellschaft mit folgenden Themen ein:

    1. Wer an der Netzwerkgesellschaft teilnimmt

    2. Macht und die Veränderung der Öffentlichkeit

    3. Open Business als Machtstrategie des Web 2.0

    4. Vernetzungsstrategien des Web 3.0

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