Eröffnungsbeitrag
Apr 23

Im Wintersemester 2007/2008 findet am Institut für Soziologie (WWU Münster) eine Ringvorlesung unter dem Titel “Internet Gesellschaft. Wie verändert das Internet unser Leben und die Gesellschaft?” statt.

Mit der Verbreitung des Internets sind nicht nur technische Prozesse verbunden, sondern auch eine Vielzahl von sozialen Dynamiken. Diese Entwicklung wird insbesondere in der Diskussion um den Begriff „Web 2.0“ deutlich. Der Internetnutzer wandelt sich hier vom passiven Konsumenten zum aktiven Teilnehmer innerhalb eines sozialen Raumes, der eigene Produkte (Texte, Bilder, Videos etc.) erschafft. Die Internetnutzung gewinnt eine neue Bedeutung, sie wird zur sozialen Handlung und das Netz wird nun als Ort weltweiter gesellschaftlicher Teilhabe gesehen: Eine schöne Utopie oder nur Träumereien ohne jeglichen Bezug zur Realität? Ernsthafte Chance sich global politisch und sozial zu engagieren oder doch nur Ort zum weltweiten Lästern und Tratschen?

Im Rahmen der Ringvorlesung werden diese Fragen kritisch behandelt und wissenschaftliche Standpunkte zum Thema präsentiert. Die einzelnen Veranstaltungen beschäftigen sich dabei mit den Themenfeldern: Wissen, Identität, Beziehungen, Politik, Gesellschaftsanalyse und Sozialstruktur.

Die Vorlesungen finden immer mittwochs von 18 - 20 Uhr im Hörsaal “Sch2″ in der Scharnhorststraße 100 statt.

Die Termine, Themen und Referenten finden sie hier.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

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3 Responses to “Ringvorlesung “Internet Gesellschaft””

  1. Steffen Büffel Says:

    Feine Sache! Interessante Vorlesung! Und toll, dass Ihr ein Blog dazu macht. Hätte ich es ein bisschen früher gewusst, hätte ich euch zu dem Skypecast “Vorlesung 2.0″ als weitere Experten eingeladen. der findet nur leider heute Abend (in genau 2 Stunden) statt. :-)) Es würde mich freuen, wenn wir uns bei Gelegenheit mal Austauschen könnten in Sachen Social Software in der Lehre. Viele Grüße vom media-ocean

  2. sozlog » Blog Archive » Internet-Gesellschaft Says:

    [...] Mein Vortrag findet am 12.12.2007 statt. Arbeitstitel: „Web 2.0 als globale Wissenswelt und kollektiver Wissensvorrat“. Hier geht es zum Weblog. [...]

  3. Andreas Schelske Says:

    Hallo,
    anbei mein Thema:

    Eine neue Gesellschaft? - Computerunterstützte Vergesellschaftung und die Macht der Internetnutzer

    Welche Macht erlangen vernetzte Netcitizen?

    Das Internet symbolisiert ein dezentrales Weltbild, in dem bestehende Machtstrukturen hinsichtlich Öffentlichkeit,
    Meinungsfreiheit, Patent- und Kopierschutz sowie Hierarchien und gesellschaftliche Institutionen umgangen werden
    können. Zudem haben große Unternehmen, wie z.B. LEGO, Amazon, Google oder Ebay, einen Teil ihrer
    Produktionsmittel demokratisiert und so weit wie möglich den vernetzten Konsumenten übergeben. Selbst die Macht
    über die Produktionsabläufe teilen die genannten Unternehmen. So bestimmen Konsumenten in der interaktiven
    Wertschöpfung, was, wie und wann ein Produkt angeboten bzw. produziert wird. Desgleichen gewinnt die Masse der
    Internetnutzer eine autoritative Macht, indem sie beispielsweise mit Wikipedia die umfangreichste Enzyklopädie der
    Weltgeschichte aufgebaut hat. Wer behaupten möchte, dass in der Wikipedia-Enzyklopädie nicht die wissenschaftliche
    Wahrheit über die Welt geschrieben steht, hat zwar Recht, aber gleichzeitig übersehen, dass im demokratisierten Wissen
    viele unterschiedliche Welten neben einander existieren, die dem Diktat der Experten nicht gehorchen wollen. Die autoritative
    Macht der Masse besteht nicht darin, eine einzige Wahrheit zu wissen, sondern sie besteht darin, dass sie ihre Interessen
    formuliert und danach handelt. So ist Wikipedia nicht infolge seines wahren Wissens massenwirksam, sondern die Netcitizens
    begeistert sich für Wikipedia, weil sich viele Individuen als Teil von Wikipedia verstehen und sich selbstständig integrieren
    können. In den veränderten Medienverhältnissen genießen Internetnutzer ihre Macht, weitgehend selbstständig zu
    bestimmen, was sie wissen, konsumieren und produzieren wollen. Der Vortrag betrachtet, welche unterschiedlichen
    Machtverhältnissen in der Netzwerkgesellschaft genutzt werden.

    Und hier noch ein Link zu einem Vortragsfilm von Dick Hardt zur Frage der Identiät 2.0 in vernetzt Medien. Zwar nicht mein Thema, aber sehr interessant:
    http://identity20.com/media/OSCON2005/

    Beste Grüße
    Andreas Schelske

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